Geschichte

Am Anfang standen sechs wackere Burschen: Lukas, Rolf, Dani, Ruedi, HG und Thomas. Sie fanden sich zusammen aus Lust am Modellfliegen. Thomas war der Initiativste und so kamen sie überein, eine Modellfluggruppe ins Leben zu rufen.


Man staune: Vor der offiziellen Gründung wurde ein Flugplatz hergerichtet. Der umtriebige Präsident Thomas erkundete die grüne Lunge Urdorfs und wurde in der Badwies unweit des Hofes Wagenbach fündig. Mitte Juli 1994 wurde in Fronarbeit durch Lukas, Dani, Rolf und Thomas das Flugfeld hergerichtet. Anfänglich wurde ein Pistenverlauf Richtung CEVI-Schuppen diskutiert. Die ehemalige Hochspannungsleitung entlang der Strasse beschränkte jedoch diese Anflugrichtung, wobei es später trotz parallelem Pistenverlauf einige kühne Pioniere schafften, ihren Flieger an die Drähte zu hängen.


Der nächste Schritt war bald überfällig: Im Party-Keller des Restaurants PAPPEL in Urdorf wurde die Modellfluggruppe Urdorf, kurz MGU, am 21.November 1994 offiziell als örtlicher Modellflugverein gegründet . Zum ersten Präsidenten wurde – wie sollte es anders sein – Thomas Senn gewählt. Unmittelbar nach der Gründung durfte der Aero-Club ihre jüngste Modellfluggruppe als Mitglied begrüssen.


Schnell schlossen sich dem Verein weitere Mitglieder an. So zählte die MGU schon in ihrem ersten Lebensjahr 23 Mitglieder. In den ersten Jahren wurde für die jährliche GV ins Restaurant HEIMAT in Dietikon eingeladen. Früh wurde für die MGU auch eine Website aufgeschaltet, die von René Hubacher unentgeltlich gehostet wurde.


In den ersten Jahren stellte sich die Einhaltung der Flugzeiten als grösstes Problem heraus. Drei Jahre lang verhandelte Präsident Thomas Senn immer wieder mit dem Urdorfer Gemeinderat und dem benachbarten Familiengartenverein über die Anpassung der Flugzeiten – ein besonderes Problem in Zeiten der ungedämpften Verbrenner-Motoren. Umstritten waren vor allem die sonntäglichen Flugzeiten im Sommer. 1998 sprach sich der Gemeinderat zu Gunsten der MGU aus und legte die sonntägliche Flugzeit im Sommer auf 17 bis 20 Uhr fest.


Nach zwölf Jahren arbeitsintensiver Gründungszeit übergab Thomas das Präsidium an Lukas Eigenmann, der aus beruflichen Gründen dieses Amt nach „nur“ drei (?) Jahren weitergeben musste. Sein Nachfolger wurde Hans-Georg Siegenthaler, kurz HG. Bisher rissen sich nur Mitglieder aus der Gründungsriege um das Präsidium. Wer folgt wohl auf die ersten drei Pioniere?


Anfänglich fanden die regelmässigen Monatshöcks im Party-Keller des Restaurants PAPPEL statt. Nach einem grösseren Unterbruch wurde dieser geschätzte Brauch wieder aktiviert, jetzt aber im Restaurant SONNE in Urdorf (jeweils am 2. Dienstag im Monat).


Die MGU konzentrierte sich so sehr auf das aktive Fliegen (d.h. mehr oder weniger), dass der 20. Geburtstag des Vereins im Jahr 2014 glatt vergessen wurde. Stolz sein kann die MGU trotzdem: Es wird immer noch aktiv geflogen; der Verein zählt mittlerweile 50 Mitglieder; Konflikte mit Nachbarn und Behörden gibt es keine.


In diesen 20 Jahren hat sich in die Modellflugtechnik stark verändert: Das Lärmproblem hat sich mit der Verbreitung von Elektromotoren von selbst gelöst; die lästige Kanalabstimmung zwischen den Modellpiloten entfällt, da die meisten heute über 2,4-GHz-Sender verfügen. Etwas wehmütig macht die Tatsache, dass fast nicht mehr selbst gebaut wird. Heute bestimmen RTF- und ARF-Modelle das Bild, zu günstigen Preisen importiert aus Fernost oder erstanden im Online-Handel. Kaufen ist heute leider billiger als selber bauen.


Wie wird sich wohl die Modellflugtechnik weiter entwickeln? Schon zeichnen sich mit Drohnen und Quadrokoptern, die über iPhones gesteuert werden, neue Tendenzen ab. Genaue Voraussagen bei der rasanten Entwicklung der Modellflugtechnik wird wohl niemand wagen. Aber: Auch in Zukunft wird das gemeinsame Modellfliegen Spass machen.


Fredi Bruppacher